Vier essenzielle Tipps für erfolgreiche Konfliktgespräche

Vier essenzielle Tipps für erfolgreiche Konfliktgespräche

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Wer geht schon gerne auf Konfrontationskurs? Aber eine dringend nötige Aussprache auf die lange Bank zu schieben, ist auch keine Lösung und macht meist alles nur noch schlimmer. Wie geht man ein kontroverses Gespräch also am besten an?

Obwohl wir es besser wissen sollten, drücken wir uns gerne vor klärenden Gesprächen über schwierige Themen. Dabei ist uns eigentlich klar, dass die ganze Sache für alle Beteiligten immer unangenehmer wird  je länger wir warten – und dass die Probleme dabei auch nicht geringer werden. Im Gegenteil. Wenn wir unsere Mitmenschen nicht darauf ansprechen, dass uns etwas an ihrem Verhalten oder ihrer Einstellung stört, müssen wir uns nicht wundern, wenn sich daran nichts ändert.  

Wird der Leidensdruck schließlich zu groß, kommt es zur unvermeidlichen Auseinandersetzung, die meist von aufgestauten Emotionen geprägt und daher wenig zielführend ist. Nicht selten stehen wir danach vor zusätzlichen Problemen oder haben uns komplett in eine Sackgasse manövriert. 

Was ist also der Schlüssel zu einem erfolgreichen Gespräch, bei dem man Schwierigkeiten offen ansprechen und eine Verhaltensänderung bzw. ein Umdenken herbeiführen kann? 

Das Zauberwort heißt Vorbereitung. Wer im Vorfeld vier wichtige Aspekte beherzigt, wird sich besser gewappnet fühlen und eine Aussprache nicht länger herauszögern. Außerdem führt ein gut vorbereitetes Gespräch zu weitaus besseren Ergebnissen.

1. Das Problem beim Namen nennen

Zunächst sollten Sie sich darüber klar werden, was eigentlich genau das Problem ist. Was hat sich wann und wo zugetragen? Welche Gefühle hat das Problem in Ihnen ausgelöst? Warum halten Sie die Sache für problematisch? Warum ist es wichtig, etwas zu verändern?

Überlegen Sie sich (maximal zwei) konkrete Beispiele, anhand derer Ihr Gesprächspartner gut nachvollziehen kann, um was es Ihnen geht.

Sie haben sich jetzt vor Augen geführt, was konkret das Problem ist. Und genau darum soll es in Ihrem Gespräch gehen: um das Problem, und nicht etwa um die Person, mit der Sie das Gespräch führen. In der Hitze des Gefechts, wenn Emotionen ins Spiel kommen, bringt man das leicht durcheinander – mit entsprechenden Ergebnissen. 

Wenn Sie das Problem losgelöst von der jeweiligen Person sehen, sind Sie besser in der Lage, das Gespräch zu suchen und Ihre Meinung zu äußern.    

2. Kontext ändern

Beim Stichwort Konfrontation denkt man vielleicht an erhobene Zeigefinger, rauchende Köpfe, verhärtete Fronten, vielleicht sogar an Boxhandschuhe. Denken wir doch mal an etwas anderes!  

Das Wort „Konfrontation“ kommt aus dem Lateinischen, die Vorsilbe „con“ bedeutet auf Deutsch „mit“. Betrachten wir eine Konfrontation doch einmal als Gelegenheit, gemeinsam mit jemandem ein Problem anzugehen. 

Schon haben wir den Kontext geändert, in dem das Gespräch stattfindet. Miteinander an einem Problem zu arbeiten ist meist deutlich weniger nervenaufreibend als ein Streitgespräch über ein Problem zu führen. Allein die Absicht, gemeinsam eine Lösung zu finden, fördert einen positiven Gesprächsverlauf und somit gute Ergebnisse.  

Für einen solchen Gesprächskontext bedarf es einer bestimmten Einstellung. Man muss offen für die Sichtweise des Gesprächspartners sein, neugierig bleiben und darauf gefasst sein, nicht immer Recht zu behalten. Das ist gar nicht so einfach, aber es lohnt sich!  

Stellen Sie sich folgende Fragen: 

  • Mit welchem Kontext – also mit welchen Meinungen, Einstellungen und Überzeugungen – gehe ich in die Auseinandersetzung (und seien Sie dabei ehrlich!)? 
  • Inwieweit beeinflusst dieser Kontext mein Verhalten im Gespräch wie auch die Ergebnisse? 
  • Könnte ich diesen Kontext ändern, und wenn ja, inwieweit würde sich das auf mein Verhalten bzw. die Ergebnisse auswirken? 

In der Hitze des Gefechts, wenn Emotionen ins Spiel kommen, bringt man das leicht durcheinander...

3. Schreiben Sie eine Gesprächseröffnung

Stellen Sie sich vor, wie das Gespräch ablaufen wird. Sie sehen Ihren Gesprächspartner vor sich, Sie gehen auf ihn zu, Sie sagen Ihre Meinung. Und was passiert dann?  

Ihr Gegenüber könnte sich beleidigt zurückziehen, Ihnen Vorwürfe machen oder auch furchtbar wütend werden. Alles wäre möglich. 

Für den Gesprächsverlauf sind drei Dinge essenziell: eine sorgfältige Wortwahl bzw. ein angemessener Ton, einleuchtende Beispiele und eine ganz klare Vorstellung Ihrerseits, um was es geht. Ihr Improvisationstalent ist in diesem Fall nicht gefragt. 

Um das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken, sollten Sie sich vorab eine rund einminütige Gesprächseröffnung überlegen. Sie reißen kurz an, was das Problem ist, übernehmen Ihren Teil der Verantwortung und sorgen dafür, dass das Gespräch in Gang kommt. Ein solcher Einstieg ist überaus wirkungsvoll.

Eine Gesprächseröffnung sollte folgende Inhalte haben:

  • Problem
  • Beispiel
  • Ihre Gefühle bezüglich des Problems
  • Was steht auf dem Spiel, warum ist es wichtig?
  • Ihre Verantwortung
  • Ihr Wunsch, das Problem zu lösen
  • Bitte um Antwort (denken Sie daran: „Con“ heißt „mit“!)

Und noch einmal der Hinweis: Das alles sollte nicht mehr als 60 Sekunden in Anspruch nehmen! Wenn Sie zu sehr auf dem Thema herumreiten, wird es schwierig, das Gespräch in eine gute Richtung zu lenken und nicht alles noch schlimmer zu machen. Fassen Sie sich also kurz und formulieren Sie prägnant.  

4. Üben, üben, üben

Üben Sie Ihre Gesprächseröffnung zusammen mit einer unbeteiligten Person, der Sie vertrauen. Es macht einen großen Unterschied, ob man einen solchen Text nur für sich liest oder jemandem laut vorträgt.  

Sie werden vielleicht überrascht sein, wie stark Ihre Stimme und Mimik Ihre Gefühle widerspiegeln. Tragen Sie Ihren Gesprächsauftakt einige Male laut vor. Das wird Ihnen helfen, Ihre Emotionen in den Griff zu kriegen, so dass Sie Ihre Botschaft klar, präzise und effektiv vortragen können.  

Diese vier Schritte alleine lösen das Problem zwar meist noch nicht (wobei das durchaus auch der Fall sein könnte!), helfen Ihnen aber, Konfliktgespräche gut vorzubereiten und erfolgreich zu bewältigen. Einfach sind solche Gespräche natürlich trotzdem nicht, aber sie können viel bewirken und neue Chancen eröffnen – und zu einem Miteinander führen, das von mehr Ehrlichkeit und Transparenz geprägt ist. 

+49 89 330 901 97